Leserbrief zu den Straßenplanungen in Kluftern
Wurden die Alternativen zur L207neu seriös geprüft?
Die
schlimmsten Befürchtungen der Klufterner Bevölkerung sind durch die amtlichen Planungen
zur Südumfahrung Markdorf und zur L207neu
eingetroffen. Die Lebensqualität in Kluftern wird dem „übergeordneten“ Ziel,
einer Verkehrsachse Salem-Friedrichshafen, geopfert.
Der Beschluss
des Klufterner Ortschaftsrats vom 6. Juni 2002, indem
u. a. eine mittige Straßenführung der Südumfahrung Markdorf und ein Anschluss
an die K7742 gefordert werden, wurde bei den
Planungen komplett übergangen. Ebenso wurde das eindeutige Votum von 76%
Prozent der wahlberechtigten Klufterner Bürger gegen
diesen Straßenwahnsinn ignoriert. Bürgermeister Hornung möchte die
Verkehrsprobleme der Region (Südumfahrung, L207neu und B31neu) auf dem Rücken
von Kluftern lösen und bescheinigt der Bevölkerung, wenn Sie Ihre
demokratischen Rechte wahrnimmt, „Kirchtumsdenken“. Der Zeitplan und der
Versuch, die Beratungen in den zuständigen Gremien nichtöffentlich
durchzuführen, zeigen dass diese Planungen mit aller Macht durchgedrückt werden
sollen. Das ist keine bürgernahe Politik!
Das von
OB Büchelmeier und Bürgermeister Hornung
propagierte Ziel, die Ortsdurchfahrt Lipbach, Kluftern und Efrizweiler zu
entlasten, wird durch die L207neu konterkariert. Denn die als Entlastungsstraße
titulierte L207neu bringt Kluftern eine Mehrbelastung
von konkret 20 000 Kraftfahrzeugen pro Tag, Schwerlastverkehr auch nachts,
großflächiger Lärmteppich über alle drei Ortsteile und eine Zerstörung unserer
wertvollen Naherholungsgebiete.
Durch die Hanglage
und vorherrschende Westwinde wird vor allem Efrizweiler von Lärm- und Abgasemissionen
betroffen sein. Wie da „paradiesische Verhältnisse“ entstehen sollen, bleibt
der Fantasie von Bürgermeister Hornung überlassen. Vielleicht denkt er dabei
eher an seinen eigenen Wohnort Raderach.
Wieso wird der
vom Straßenbauamt Überlingen vorgeschlagene Neubau der K7742 über die
Mülldeponie verworfen?
In einem
oberflächlichen Gutachten werden fadenscheinige Argumente wie „mangelnde
Entlastungswirkung, ökologische Konflikte, baulich-konstruktive Probleme und
Fragen der Leistungsfähigkeit“ genannt. Die großen Differenzen in den aufgeführten
Entlastungswirkungen für die Ortsdurchfahrt Kluftern von 40-50 Prozent bei der
L207neu und 5–20 Prozent bei der K7742neu beruhen auf sehr zweifelhaften
Annahmen. Durch verkehrsberuhigende Maßnahmen in Lipbach und eine Anbindung der
K7742neu an das untergeordnete Verkehrsnetz wäre die Entlastung für die
Ortsdurchfahrt Kluftern in beiden Fällen identisch!
Ein Blick
auf die Landkarte zeigt anschaulich, dass bei dieser Variante kaum Besiedelung betroffen
wäre. Durch einen Rückbau der K7742alt könnte zudem ein großes
zusammenhängendes Naturschutzgebiet entstehen und damit den ökologischen Belangen
Rechnung getragen werden. Mit entsprechenden Lärmschutzmaßnahmen könnte diese
Trasse einen akzeptablen Kompromiss für Kluftern und Raderach darstellen und wäre
mit dem von Bürgermeister Hornung angestrebten Allgemeinwohl von
Friedrichshafen besser in Einklang zu bringen. Das Ziel die Menschen an der
Ortsdurchfahrt Lipbach, Kluftern, Efrizweiler wirksam zu entlasten könnte mit
dieser Variante ohne gravierende Nachteile für Kluftern und die
Nachbargemeinden erreicht werden.
Die vom
Straßenbauamt vorgeschlagene Trasse „K7742neu“ zerschneidet im Gegensatz zur
L207neu nicht die Ortschaft sondern stellt eine echte Umgehungsstraße für
die Gesamtgemeinde Kluftern dar!
Manfred
Roth
Blütenweg
14
88048
Friedrichshafen