Leserbrief SZ- 5.10.02

 

Zur Diskussion um den Messe-Verkehr

 

 

Eine Vergeudung von Steuergeldern

 

Wir haben eine wunderschöne neue Messe, doch fehlt es an Zufahrten, Parkplätzen, öffentlichen- und überregionalen Bahnverbindungen. Aufgrund mangelnder Voraussicht muss jetzt im Hauruckverfahren herumgedoktert werden und schnell noch eine Abfahrt von der B31 neu für die aus Richtung Lindau kommenden Messebesucher gebaut werden. Eine sorgfältige und nachhaltige Planung entfällt.

 

Ebenso chaotisch scheint die Stadt Friedrichshafen weitere Straßenprojekte anzugehen, wie zum Beispiel die West-Umfahrung (B31-neu) oder der fehlende Lückenschluss FN-Ravensburg (B30 Süd). Wie konnte es sonst zu der Fehleinschätzung  durch den  Bund kommen, der die B30 Süd  als "Projekt von geringer Bedeutung" einstuft?  Es erhielt nur einen von fünf möglichen Dringlichkeitspunkten. (Südkurier, 2002-09-27, „Wo bleibt B30 Süd“)

 

Wieso wird das Teilstück der B31 West zwischen dem Riedleparktunnel und dem Grenzhof 4-spurig geplant, wenn die B31 ab Lindau bis zum Ende des Riedleparktunnels und vom Grenzhof bis Überlingen nur 2-spurig ist. Das macht doch keinen Sinn. Das ist doch eine Vergeudung von Steuergeldern!

 

Zu allem Überfluss soll auch noch der Verkehr der B33, statt direkt von Markdorf nach Ravensburg zu fließen, den Umweg über Friedrichshafen nehmen (über die geplante OU Markdorf/Kluftern und die B30 Süd), was weitere 20.000 KfZ/Tag für FN bedeuten würde und die Stadt Friedrichshafen sehr stark mit mehr Lärm und mehr Abgasen belastet!

 

Das Chaos ist perfekt, wenn die B30 Süd nicht verwirklicht werden kann.

 

Die Politiker und Planer täten gut daran erst einmal die Realitäten, wie aktuelles Verkehrsaufkommen, daraus zu prognostizierender Bedarf und die tatsächliche Finanzierbarkeit zu berücksichtigen. Nun heißt es Prioritäten setzen. Alles andere überfordert nur die Planer, belastet unnötig Natur und Wohngebiete von Friedrichshafen und wird letztendlich im Nichts enden, wie wir es schon die letzten 30 Jahre erlebt haben.

 

 

Adalbert Kühnle

Bernhard Kettner, Friedrichshafen