Blick über den Tellerrand fehlt
Zum Leserbrief
von Renate Nitsche bezüglich der Südumfahrung:
Zuerst plant die Stadt
Markdorf ihre Entlastungsstraße möglichst weit entfernt von der eigenen
Wohnbebauung, und führt diese durch "Nachbars
Garten" mit unzureichendem Schutzabstand an Lipbacher
Wohnhäuser heran, ohne den Nachbarn Kluftern mit
seinem Ortschaftsrat in angemessener Weise anzuhören. Damit nicht genug!
Sie will ihre "so genannte Südumfahrung", die der
Ehrlichkeit halber den Nahmen "Halbumfahrung"
verdient, mit einem aufwendigen Knoten östlich der Firma Wager an die L 207 neu
anbinden. Damit nötigt sie der ganzen Klufterner Bürgerschaft etwa die selbe
Verkehrsbelastung auf, die sie mit Recht innerorts
auf der Ravensburger Straße in Zukunft vermeiden will. .
Damit immer noch nicht
genug! Jetzt .versuchen aufgeschreckte Südumfahrungsbefürworter, die schon
alles in sicher Hand wogen, der breiten Öffentlichkeit weis zu machen, dass der
Bau der L 207 neu für Kluftern eine segensreiche
Entlastung darstellen soll. Doch diese Straße ist für ganz Kluftern
eine Zerschneidungs- und Mehrbelastungsstraße. Nur ein kleiner, einfacher Blick
über den eigenen Tellerrand hinaus auf den Trassenverlaufund
die Zahlenbeispiele des Straßenverkehrsamt Überlingen würden genügen, um
festzustellen, dass Kluftern mit dem Bau einer L 207
neu keine spürbare Entlastung, sondern eine unerträgliche Mehrbelastung von
rund 15 000 bis 20 000 Fahrzeugen pro Tag abbekommt.
In Kluftern
gebraucht man übrigens den Begriff Entlastung dann, wenn das Maß der
Neubelastung gegenüber dem Maß der Entlastung deutlich geringer ausfällt. Der
absolute Gipfel aber ist, dass wir aus Sicht der Markdorfer
Verwaltung und einiger Südumfahrungsaktivisten diese gravierenden Nachteile
stillschweigend hinnehmen sollen, weil wir doch vor etwa 20 Jahren der L 207 neu zugestimmt haben.
Doch in Kluftern
kommt es tatsächlich vor, dass sich Dinge anders wie gedacht entwickeln und
sich dementsprechend Einstellungen und Haltungen ändern. Aus heutiger Sicht.
ist die L 207 neu als Verbindungsstück einer Bermatinger/Markdorfer Südumfahrung mit der Westumfahrung von
Friedrichshafen sowohl in der breiten Bürgerschaft als auch im Ortschaftsrat
nicht mehr mehrheitsfähig. Denn mit dem Zusammenschluss dieser Straßen entsteht
genau die Hinterlandtrasse 2a, die immer deutlicher von vielen Seegemeinden im
Gegenzug zum bevorzugten Planfal1 7.5 des Regierungspräsidiums gefordert wird.
Hoffentlich erkennen immer mehr weitblickende Markdorfer
Bürger diese Gefahr auch vor ihrer Haustür. Nicht ein Gegeneinander, sondern
ein Miteinander im Widerstand gegen diese Bündelungstrasse 2a im Hinterland
halte ich jetzt für dringend erforderlich.
WALTER
ZACKE
HOPFENWEG
6, KLUFfERN