STRASSEN BAU
Pro Kluftern schnürt Mogelpackung
Zur Nordumgehung Kluftem, K 7743, und
den Leserbriefen in den vergangenen drei Ausgaben. .
Nach der wohltuend sachlichen Information über den
Planungsstand der als "bahnparalleler Zubringer zur 'B 31 neu" bezeichneten
neuen Kreisstraße K 7743 im SÜD KURIER vom 5. Februar (Wolfgang BoIler) und vom 6. Februar (Stadtverwaltung), war eine
polemische Replik der so genannten Bürgerinitiative "Pro (?) Kluftern"
(SUD KURIER vom 7. Februar) und eines Parteienvertreters (SUDKURIER vom 10.
Februar, Herr Wunderwald) keine Überraschung.
Eine Katastrophe für Kluftern wäre allerdings die
Realisierung der Vorschläge von " Pro Kluftern" zum Ausbau bzw.
Neubau der Kreisstraße K 7742, da hierdurch der heutige Durchgangsverkehr durch
Lipbach, Kluftern und Efrizweiler nicht geringer werden würde:
Was dieser Durchgangsverkehr für die lärm- und abgasgeplagten Anlieger bedeutet, ist zum Beispiel spätnachmittags
von Montag bis Freitag in der Immenstaaderstraße zu "genießen", wenn
sich die Autos vom "Scharfen Eck" bis zur Höhe des Bessererweges zurückstauen und sich
im Fußgängertempo der Einmündung in die Markdorferstraße nähern. Auf der
Markdorferstraße selbst sieht es um diese Zeit ähnlich aus, immerhin lässt die
geltende Vorfahrtsregelung dort den Verkehr noch "fließen".
Nur die jetzt geplante neue K 7743 nördlich der Bahnlinie
vermag diese Situation zu entschärfen:
-
der
Verkehr aus Richtung Markdorf in Richtung Friedrichshafen und zurück läuft
direkt über die neue, kürzere Straße und passiert Lipbach, Kluftern und auch
Efrizweiler nicht mehr
-
der
Verkehr aus Richtung Markdorf in Richtung Immenstaad und zurück kann
gleichfalls über die neue K 7743 zur/von der B 31 geführt werden. "Verkehrsschikanen",
z. B. eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h auf den dann ja zu
Ortsstraßen herabstufbaren Gemeindestraßen (mit
Fahrradwegen?) , evtl. in Verbindung mit einer Ampelanlage am "Scharfen
Eck" (wo Fußgänger und Radfahrer dann auch wieder gefahrlos die
Immenstaaderstraße überqueren könnten) würden den Durchgangsverkehr sicher
"vergrämen" und Autofahrern den kleinen Umweg über die B 31/K 7743 in
Kauf nehmen lassen.
Die Lärmbelastung durch die neue, nur für den zwischen- und
überörtlichen Verkehr ausgelegte, K 7743 lässt sich - auch für das nördliche Efrizweiler
- durch aktive und passive Maßnahmen, anders als bei einer bebauten
Ortsdurchfahrt, in erträglichen Grenzen halten. Aktive Maßnahmen können dabei zum
Beispiel Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 80/60 km/h bei Tag/Nacht und ein
Überholverbot sein; passive Maßnahmen können zum Beispiel begrünte
Lärmschutzwände, die Verwendung von Flüsterasphalt (die Wirksamkeit ist auf der
B 31 bei Immenstaad zu "erfahren") und eine auf Bahndammsohlenhöhe
verlegte Straße sein (die Lärmschutzwirkung des Dammes ist bei den gerade laufenden
Renaturierungsarbeiten mittels lärmiger Baumaschinen nördlich
Lipbach gut zu "erhören"). Für die Realisierung dieser und/ oder ähnlicher
Maßnahmen einzutreten sowie Entschädigungs- und/ oder Ausgleichsforderungen vor
allem der betroffenen aktiven landwirtschaftlichen Betriebe zu unterstützen,
würde eine Initiative "Pro Kluftern" glaubhaft machen.
Horrorszenarien über angeblich drohende Verkehrsbelastungen zu verkünden, aber
nichts zu tun, um den Durchgangsverkehr aus dem Ort zu verbannen, wirkt kontraproduktiv
und passt eher zu einer Initiative .,Anti
Kluftern", Die jetzige Initiative "Pro Kluftern" jedenfalls ist und
bleibt was sie immer war: eine Mogelpackung!
Heinz Max
Landaustraße 4.
Friedrichshafen