BAU
PROJEKTE
Trassen für den Schwerverkehr?
Brief zu
den Bauprojekten in und um Friedrichshafen.
Es bedarf
schon sehr viel Land fläche, Lebensqualität und Frust
in den Gemeinden des Bodenseekreises damit die Stadt-, Kreis- und Landespolitiker
die Verkehrsströme in eine ihnen angenehme Richtung umlenken können - nämlich
nach Friedrichshafen. Die ehrgeizigen Stadtväter von Friedrichshafen dränieren
zunehmend das Umland mit überzogenen Projekten. Zur Erinnerung: Das neue Messezentrum
wird auf Grund seiner großzügigen Konzeption von anderen Messestandorten
Veranstaltungen nach FN holen müssen. Die zunehmende Straßenverkehrsbelastung
(B 31 + B 33) müssen die Bodenseeanlieger schon seit Jahren hinnehmen. Der
Anspruch des neuen "Bodensee"-Centers zeigt
sich schon in der Namensgebung. Das Geschäftsterben im Umland und in der
Innenstadt wird deutlich zunehmen. Man braucht auch noch den Schnellkatamaran
um seinen Metropolcharakter zu unterstreichen. Für Fischbach strebt der FN-Gemeinderat eine Colani-Therme
mit Gesundheitszentrum an. Wie viele Thermen in den roten Zahlen brauchen wir
noch? Der Flugplatz soll nochmals um das
Doppelte wachsen. Wie glaubwürdig sind wir damit gegenüber den Klotener Flugplatzbetreibern und welchen Krach soll der
Urlaubslandschaft noch zumutet werden?
DieseProjekte werden wohl in den nächsten Jahrzehnten nicht gestützt durch eine
entsprechende Infrastruktur (Ausbau B 31 + B 33) und man hat sich damit eine
Hinterlandtrasse ausgedacht, die es ermöglicht die Realisation des Planungsfalles
7.5 noch weiter in die Zukunft zu schieben oder sogar "preiswert" zu
ersetzen? Nicht umsonst werden überraschend vom Land eine weitere Durchfahrtstrasse
Bermatingen und eine . neue Umgehungstraße Markdorf finanziert. Das Konzept der Straßenplaner
bekommt einen Sinn, wenn man die geplanten Straßenbaumassnahmen im Zusammenhang
betrachtet Nicht wahr, Herr Minister Müller eine genügende Anzahl von
Ortsumgehungen ergibt auch eine leistungsfähige Trasse für den Schwerverkehr!
Die
Gemeinden im Bodenseeraum deklassieren damit zunehmend zu Schlafstätten für
Mitarbeiter von Friedrichshafener Betrieben. Zugegeben
- kein Einzelfall, also geschlafen wird auf dem Land aber konsumieren müssen
(!) wir in der Stadt - den Lärm und Umtrieb dürfen wir dann importieren.
Hans
Kellermann
Bermatingen-Ahausen