Südkurier vom 30.01.02

Leserbrief  von Nicole Schoernack-Zacke und Walter Zacke, Kluftern,

 

 

Wenn das nur gut geht,  Kluftern!

 

 

Entscheidung des Klufterner Ortschaftsrates zur der Markdorfer Südumfahrung

 

Vergangenen Dienstag sprach sich der Ortschaftsrat von Kluftern geschlossen für eine Verschiebung der Markdorfer Südumfahrung Richtung Norden nach Markdorf mit Anbindung an die K 7742 Müllstraße aus. Prima!

 

Diese eindeutige Ablehnung fehlte leider gegenüber dem Bau der L 207 neu, die als Verbindungsstück zwischen Markdorfer Südumfahrung und Westumfahrung von Friedrichshafen gedacht ist. Man wolle nicht die Tür einer möglichen Entlastung durch die L 207 neu im Ortskern vollkommen zuschlagen war das zentrale Argument mehrerer Räte samt Ortsvorsteher Leo Benz. Dass diese Taktik allerdings große Gefahren birgt und zudem noch von falschen Voraussetzungen ausgeht, war wohl einigen Räten nicht bewusst: Denn von einer spürbaren Entlastung der Bürger einer Ortschaft kann doch nicht die Rede sein, wenn die damit verbundene Neubelastung der Bürger dieser Ortschaft im Vergleich deutlich höher ausfällt.

 

Spätestens bei den Rechenbeispielen von Herrn Kohler vom Verkehrsamt Überlingen, bei denen unterm Strich immer eine Mehrbelastung von ca. 15 000 bis 20 000 KFZ pro Tag für Kluftern herauskam, hätte der letzte hoffende Bürger von Kluftern die L207 neu fallen lassen müssen. Wieso sich also hierfür eine Tür offen halten? Zusätzlich folgenschwer kann sich diese Taktik in einer Zeit mit großen politischen Druckverhältnissen herausstellen:

 

Markdorf will die Südumfahrung Bürgerschaft mehrheitsfähig machen, Indem es die Trasse und deren Anbindung nach Kluftern schiebt; Friedrichshafen hofft auf einen schnellen Weiterbau ihrer Ortsumfahrung Richtung Westen um diese funktionsfähiger zu machen; die Gemeinden Meersburg und Hagnau wehren sich geschlossen gegen den Bau der B 31 neu (Planfall 7.5) und möchten, dass sich der Verkehr auf einer, Hinterlandstraße verteilt. Jenen starken Interessen etwas entgegen zu setzten, geht nur mit einstimmiger Entschlossenheit.

 

Die ersten mutigen Ansätze wurden von unseren Räten gemacht. Im nächsten Schritt gilt es die L207 neu ganz abzulehnen, weil es nur sie die vertretbare Alternative K 7742 (Müllstraße) gibt.