Ketzerische Fragen an die Stadt

 

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Mein Traumhaus ist ein Baumhaus - und das steht am Bodensee.

 

So sangen wir Kinder früher am Rande der Schwäbischen Alb. Der Bodensee war für uns das Ausflugsziel an schönen Sonntagen.

Jetzt wohnen wir hier. Haben Arbeit gesucht, wo es Sie im herrlichen Umfeld des Bodensees gab. Und dieses herrliche Gegend ist ein Genuß. Ob Winter, ob Sommer, der Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad dient der Entspannung. Über Waldwege, durch Obstplantagen geht die Tour. Der Blick schweift zum Bergpanorama überm See. All das spielt sich zwischen Kluftern und Immenstaad ab.

Seit gestern ist nun klar, dass der Traum von Wohnen und Arbeiten in zwar eingeschränkter aber durchaus noch auffindbarer Natur weiter ausgeträumt wird. Die Stadt Friedrichshafen baut lieber auf Industriegebiete, als auf die letzten zusammenhängenden Wald- und Wiesengebiete. 23 Hektar für Industriehallen und LKW-Stellflächen mitten aus dem Grünen geschnitzt. Ob das eine Investition in die Zukunft ist?

 

Aber diese Frage gilt in FN als ketzerisch - schließlich sind wir Industriestadt, bauen Messegelände und Flughafen aus. Da passt ein Logistikzentrum mit Schwerlastverkehr, mitten in den letzten Grünflächen auf dem Gelände der Stadt doch ins Konzept. Zur Erholung jetten wir dann eben nach Irgendwo!

 

Aber jetzt mal ganz cool! – Noch ist nix zu spät!
- vielleicht werden Forderungen und Versprechungen der Wirtschaftsbetriebe im Detail geprüft
- vielleicht wird Geländeverbrauch auf bereits geschädigte Gebiete beschränkt
- vielleicht wird die Anbindung eines Logistikzentrums an eine bereits überlastete L205 als nicht sinnvoll eingestuft
- vielleicht beschränkt sich der Flächenverbrauch in dieser Region auf Straßenbauprojekte
- vielleicht ziehen neue Straßen doch keinen zusätzlichen Verkehr an
- vielleicht, vielleicht, vielleicht????

Mein Traumhaus ist ein Baumhaus - und das stand am Bodensee?

 

 

Andreas Görlach,  per email