Zur Stadtratssitzung zum
Thema Südumfahrung erreicht uns dieser Leserbrief:
In der letzten
Stadtratsitzung wurde erneut deutlich, dass bis heute keine offizielle
Verkehrsprognose für den alleinigen Bau der Südumfahrung
vorliegt, obwohl die Planungsträger auf dieses Defizit seit Jahren wiederholt
hingewiesen wurden. Der Verkehrsplaner erklärte, es seien früher einmal
Szenarien für den alleinigen Bau der Südumfahrungen
Markdorf und Bermatingen gerechnet worden. Dies sei
jedoch nur aus eigenem Interesse des Planungsbüros ohne offiziellen Auftrag
erfolgt. Als Stadträtin Christine Oßwald um
Aushändigung dieser Zahlen bat, meldete Bürgermeister Gerber die Hoheitsrechte
für diese Daten an und hatte bezeichnenderweise Vorbehalte gegen ihre
Veröffentlichung. Anscheinend waren ihm die Inhalte selbst nicht bekannt - und
das, obwohl er sich gerade aktiv dafür stark macht, die Südumfahrung
als "ersten Schritt" eines Gesamtkonzeptes zu bauen, das mit hoher
Wahrscheinlichkeit (wenn überhaupt) erst viele Jahre später fertiggestellt
wird.
Der Stadtrat hat den
umfangreichen Planungsunterlagen schließlich mehrheitlich zugestimmt - obwohl
anscheinend keiner der Stadträte diese Unterlagen je zu Gesicht bekommen hat.
Im Regierungsprädsidium wird man sich sicher
verwundert die Augen reiben, wenn in den eingereichten Aktenordnern kein
einziges Verkehrsszenario zum alleinigen Bau dieser Straße zu finden ist.
Offensichtlich wird weiterhin versucht, dem verkehrlichen "Nutzen"
von fünf Straßenbauprojekten (Ortsumfahrungen Bermatingen,
Markdorf, Kluftern, Friedrichshafen-West und
vierspurige B30neu bis Ravensburg) die finanziellen und ökologischen Kosten von
nur einem dieser Projekte gegenüberzustellen. Mit diesem mehr als fragwürdigen
Vorgehen wurden bereits die Markdorfer Bürger beim
Bürgerentscheid getäuscht. Dass die Vorhabensträger dreist darauf hoffen, damit
auch beim Regierungspräsidium durch-zukommen, ist ein
Affront gegenüber den betroffenen Anwohnern in der Muldenbachstraße, auf die
aufgrund der mangelhaften Ostanbindung der Südumfahrung
wohl ein erheblich höheres Verkehrsaufkommen zurollen würde.
(Erschienen: 13.05.2008)