Jetzt fressen die Wölfe Kreide

Zum Bau der Ortsumfahrungen Kluftern / Markdorf / Bermatingen / Neufrach erreichte uns diese Zuschrift:

Ganz so dämlich, wie Landtagsabgeordneter Ulrich Müller (CDU) die Bürgerinitiativen in seinem Presseartikel vom 5. März hinstellt, sind wir nun doch nicht. Leider müssen wir dem Bürger ständig den Sand aus den Augen holen, den die Straßenbaulobby ihm hineinstreut. Die "Hinterlandtrasse aus verketteten Ortsumfahrungen" im seenahen westlichen Bodenseekreis ist die "Entlastungs-Trasse" für die nicht weiter ausbaubare B 31 am See und der Ersatz zum Mythos der vierspurigen "Planfall 7.5-Trasse".

Die Hinterland-Trasse wird von der Straßenbaulobby und MdL Müller als "Phantom und Schreckgespenst der Straßenbaugegner" bezeichnet. Mit einem Blick auf die Karte wird aber offensichtlich, wie die vom Verkehr geplagten Bürger der betroffenen Hinterland-Orte von den Straßenplanern getäuscht werden. Um die Entlastung der Betroffenen geht es hier wirklich erst nachrangig. (...) Schon Verkehrsminister Eberle postulierte im Jahr 1983: "Die Landesregierung (...) hält an der Fortführung der A 98 über Stockach und Überlingen hinaus fest, vorerst zweispurig, eventuell noch vorgezogen als Umgehungsstraße für Bermatingen und Markdorf." Diese Absicht lässt sich mit einer Karte beweisen, in der die Linien der geplante Ortsumfahrungen und die der A 98 zum Teil übereinanderliegen.

Etwas aktueller steht in einer Landtagsdrucksache Ende 2001 über die Umfahrungen Markdorf und Bermatingen: "Da es sich bei den Umfahrungen um Trassen handelt, die nicht in erster Linie dem gemeindlichen Verkehr dienen, sondern überregionale Verkehrsflüsse im nördlichen Bodenseeuferbereich lenken, ist eine Finanzierungsübernahme der kommunalen Anteile durch das Land Baden-Württemberg schon von der Sache her begründet." Aktuelle Konsequenz Ende Januar 2008: mit einem Teil des "Straßenbau-Impulsprogrammes" der Landesregierung für die Ortsumfahrung Bermatingen/Neufrach in Höhe von 11 Millionen Euro will man anscheinend mit der Brechstange doch noch diese Hinterland-Trasse durchsetzen.

Die Hoffnung auf eine Entlastung der seenahen B31-Route kann übrigens aus folgendem Grund nicht erfüllt werden: weil die B 31 als Transit-Verbindung der A 81 und A 96 immer voll bleiben wird, wird sich mit der Trasse der Schwerlastverkehr auf der B 31 erhöhen.

Bob Jürgensmeyer,

Bürgerinitiative Bermatingen