STRASSENBAU

 

Getroffene Hunde

 

Zur Schelte des Abgeordneten Ulrich Müller (CDU) "Müller: Pro Kluftern ohne Sachkenntnis" im SODKURIER vom 5. März:

 

Etwa 1995 mündete die" Verkehrsuntersuchung B 31-neu Stockach-Kreßbronn" des Regierungspräsidiums Tübingen in zwei Hauptalternativen: den seefernen Planungsfall 2A (Hinterlandtrasse), exakt auf dem Trassenkorridor der verworfenen A98; und den seenahen Planungsfall 7.5. Die Hinterlandtrasse, wurde wieder "wegen zu erwartender extremster Umweltschädigungen" zugunsten des seenahen Planungsfalles 7.5 verworfen. Damals galt auch noch die Maxime "Straßenausbau vor Straßenneubau". Es  wurde "offiziell verlautbart", dass behördlicherseits der seenahe Planungsfall 7.5 weiterverfolgt wird.

 

Unter dem CDU-Verkehrs- und  Umweltminister Ulrich Müller konnten danach jedoch ambitionierte Bürgermeister, Interessensgruppen und gefügige Planer zusätzlich zum seenahen Planungsfall 7.5 genau auf dem zu Recht verworfenen Hinterlandtrassen-Korridor die Planung einer nur amtsintern "Verkehrsachse Salem-Friedrichshafen" genannten Zubringerstraße zur B 31-neu durchsetzen. Anschlusspunkt an die B 31-neu soll der "Wagner-Knoten" bei Kluftern sein. Die Verwirklichung dieser Hinterlandtrasse wird derzeit betrieben, während der Weiterbau der B 31-neu (des seenahen P 7.5) westlich von Immenstaad offiziell für mehrere Jahrzehnte hinausgeschoben wurde. Der ganze P 7.5 wird so zur Farce.

 

Der Großteil des gesamten Ost-West-Verkehrs nördlich des Bodensees würde so ab "Wagner-Knoten" über Kluftern und diese Hinterlandtrasse rollen. Es sollen absurderweise nun also, wenn auch zeitversetzt, beide Planungsfälle, der P 7.5 und der P 2A, gebaut werden. Die Bevölkerung wird bewusst getäuscht. Ihr wird diese zügig, in großem Abstand von den Ortschaften geführte Verkehrsachse Salem - Friedrichshafen (P 2A - die Hinterlandtrasse) als eine Reihe von Ortsumfahrungen verkauft: OU-Kluftern, SU-Markdorf, OU-Bermatingen, OU-Neufrach und OU-Salem. Echte Ortsumfahrungen wären dann wirklich notwendig.

 

Die genannten Teilstrecken der Verkehrsachse sind aber keine Ortsumfahrungen. Sie verlaufen in zügiger Linienführung jeweils ortsfern, würden vom Zielverkehr kaum angenommen und wären deshalb verkehrstechnisch nicht wirksam. Markdorf zum Beispiel weiß dies. Sein Gemeinderat beschloss bereits, zur Abwehr des nach wie vor auf der Ortsdurchfahrt zu erwartenden Durchgangsverkehrs dort möglichst viele Kreisel zu bauen.

 

Das sind die nachweisbaren Fakten, über die Hinterlandtrasse (P 2A).  Namhafte, unabhängige Verkehrsplaner bestätigen dies. Das jetzt erst bekannt gewordene, geplante MTU-Logistikzentrum in Salem passt nahtlos dazu. Leugnet Ulrich Müller diese Fakten und Zusammenhänge oder weiß er wirklich nicht um sie, sind in beiden Fällen auch daraus gewisse Schlüsse zu ziehen. Sicher ist: Ein CDU-Ex-Verkehrsminister müsste eigentlich all dies wissen und entsprechend handeln.

 

Rudolf Moser

 

(Verkehrsplanungs-Staatsexamen), Mitglied "Pro Kluftern"

Lettenhof, Markdorf '