STRASSEN PLANUNGEN

 

Innovative Rechenkünste

 

Leserbrief zur Veranstaltung von "Pro B 31":

 

 

Letzte Woche konnte man an Hand des Beispiels "Erforderlicher Grunderwerb B 31  neu" anschaulich nachvollziehen, wie die von uns gewählten Bürgervertreter rechnen: Bereits erworbene Fläche: 48 ha; Fläche kurz vor dem Kauf: 12 ha; Flächen in Verkaufsverhandlung: 18 ha; Insgesamt "verfügbar" somit: 78 ha; Gesamtbedarf: 91 ha noch zu erwerbende Fläche: 1,5 ha. Hmmm, nicht ganz, eigentlich eher 13 ha, oder?! Verrechnen kann sich zwar jeder mal, aber im Hinblick auf die zahlreichen anderen, eher weniger erfolgreichen Unternehmungen der Stadtväter, wie z.B. der Katamaran oder die neue Messe, macht sich doch ein gewisses Unbehagen breit.

 

Neben den innovativen Rechenkünsten überraschte vor allem die Aussage, dass in der Bevölkerung Einigkeit für das Straßenbauprojekt B 31 neu bestünde. Es ist ja wohl kaum anzunehmen, dass die seit nunmehr über 20 Jahren für eine einvernehmliche und umweltschonende Alternativlösung kämpfenden Bürgerinitiativen unbekannt geblieben sind. Es entsteht der Eindruck, dass ein ernsthafter Dialog von den Entscheidungsträgern der Stadt Friedrichshafen gar nicht gewünscht ist, Anders lässt sich die Aussage zur Bürgereinigkeit oder die behauptete Unbeachtlichkeit von mehr als 2500 Einsprüchen mündiger Mitbürgerinnen und Mitbürgern nicht erklären.

 

Nachdem das Problem einer notwendigen Verkehrsentlastung seit über 20 Jahren bekannt, aber ungelöst geblieben ist, soll nun offensichtlich eine rasche Umsetzung um jeden Preis erfolgen, jeglicher Rücksichtnahme auf Effektivität oder die Umwelt. Eine Entlastung für die Messe, die Wirtschaft und den Tourismus in der Bodenseeregion kann es aber nur bei zeitgleichem Ausbau der B 31 bis Überlingen geben.

 

Gott sei Dank vergrößert sich stetig die Zahl derer, die  diesen Zusammenhang verstehen!

 

Mario Arnegger,  Dornierstraße, Friedrichshafen