STRASSENBAU

 

Katze aus dem Sack

 

Zu den jüngsten Veröffentlichungen betreffend Prioritäten im Straßenbau B 31 neu/Planfall 7.5:

 

Jetzt ist die Katze aus dem Sack! Die jüngste Prioritätenliste des Innenministeriums zur Straßenplanung in Baden-Württemberg dokumentiert, dass eine Realisierung des Planungsfalls 7.5, dem Kernstück der Straßenplanung im Bodenseekreis, absolut utopisch ist. Wenn in absehbarer Zeit überhaupt etwas gebaut werden wird, dann ist es ein kurzes vierspuriges Autobahnstück zwischen Immenstaad und dem Colsmanknoten. Östlich des Colsmanknotens in Richtung Ravensburg (B 30) und Lindau sowie westlich von lmmenstaad wird alles beim Alten bleiben. Damit ist auch klar, warum die Planer so unbelehrbar auf dem Bau der Anschlussstellen Spaltenstein und Heiseloch bestehen:: Nur wenn ein Teil des Verkehrs Richtung Westen durch Kluftern und ein Teil des Verkehrs Richtung Osten durch  Sparbruck abgeleitet werden kann; lassen sich die schlimmsten Folgen dieses "wunderbaren Verkehrskonzepts", nämlich erhebliche Staus an den Autobahnenden, etwas abmildern. Zu Lasten der Ortschaften Kluftern, Schnetzenhausen, Sparbruck und Waggershausen!

 

Damit schrumpft das hochgelobte Bündelungskonzept auf einen kurzen vierspurigen Straßentorso zusammen, der erheblichen zusätzlichen Verkehr induziert und diesen dann wieder breitflächig auf die Nebenstraßen verteilt. Von Entlastung keine Spur! Es kann nicht sein, dass für eine derart schlechte Perspektive wertvollste Erholungslandschaft geopfert werden soll, und dazu die oben genannten Ortschaften übermäßig belastet werden. Allmählich müsste auch den politisch Verantwortlichen klar werden, dass den Betroffenen gar nichts anderes übrig bleibt, als sich mit allen Mitteln gegen diese krasse Fehlplanung zu wehren. Auch dem letzten Bündelungsgläubigen müsste nun klar werden, dass die riesigen Verkehrsmengen nicht "gebündelt" nach Friedrichshafen geleitet werden dürfen, solange die Weiterführungen östlich des Colsmansknotens und westlich von Immenstaad nicht gebaut sind.

 

Fazit: Als Folge einer völlig überzogenen Straßenplanung in Baden-Württemberg sind großräumige Lösungen wie der Planfall 7.5 nicht realisierbar. Bleiben werden Bruchstücke, die als Asphaltdenkmäler kurzsichtiger Fehlplanungen Mensch und Natur dauerhaft belasten werden.

 

Gerhard Schwaderer für den Vorstand von Pro Kluftern Friedrichshafen .