Straßenbau

 

 

Zeit für ein Moratorium Zum Straßenbau im Bodenseekreis:

 

 

Auf den Bodenseeraum bezogen ist jeder Straßenbau Gift, der die Verbesserung der Durchlässigkeit für Transitverkehr zur Folge hat. Jeder Bundesstraßenneu- und ausbau wird vom Lastwagen- Transit auf der B31 und B33 sofort angenommen, und die allgemeine Belastungs-Situation im gesamten Netz verschärft sich durch den zunehmenden regionalen Ausweichverkehr noch. Unsere Anschlüsse zum Fernstraßennetz in Lindau, Ravensburg und Überlingen sind bereits ausgezeichnet. Rein und raus in die Region ist für die Wirtschaft gut gelöst. In zirka 20 Minuten ist man jeweils auf Autobahnen.

 

Ein weiterer Ausbau des Landes- und Kreisstraßennetzes drainiert die Kaufkraft aus der Fläche in neue Einkaufszentren und schädigt uns alle damit, bis auf die Aldis, Baumärkte, XXXLutz und Co. Das Handwerk, der Mittelstand und der  Einzelhandel verlieren Arbeitsplätze und es erfolgt schleichend der Wandel zu Schlaf-Dörfern ohne eigene Infrastruktur. Straßen für den Ziel- und Quellverkehr haben wir im Vergleich mit anderen Regionen bereits im Überfluss.

 

 

Hier einige Punkte, die eine Neubewertung des Straßenbau-Bedarfes erfordern:

 

Ø       der exponentiell steigende Erhaltungsaufwand für das vorhandene Straßennetz

Ø       die schnelle Abnahme der Mobilität älterer Menschen mit eigenem Pkw

Ø       das seit 2002 bereits abnehmende Verkehrsaufkommen

Ø       der einsetzende Trend zu leichteren und leiseren Pkw

Ø       die Sättigung in der Fahrzeugdichte pro 1000 Einwohner

Ø       zurückgehende Einkommen großer Bevölkerungsschichten

Ø       planerische Fehlprognosen mit Zahlenbasis aus den 9Oer-Jahren

Ø       die Erkenntnis, dass mindestens 50 Prozent aller Ortsumfahrungen wirkungslos sind und in der Summe mit der zu entlastenden Strecke bis zu 300 Prozent mehr Verkehr induzieren '

Ø       die Situation in der Energieversorgung aus fossilen Quellen.

 

Allein die Summe dieser wenigen Punkte wird solche Verwerfungen in der Beurteilung vom Straßenbau zur Folge haben, dass weiterer Straßen-Neubau "weiter wie bisher" nur als grandiose Dummheit bezeichnet werden kann. Es ist höchste Zeit für ein mehrjähriges Moratorium im Straßenbau.

 

Wolfgang Jürgensmeyer,

Bermatingen