Rücksichtslos
Zur B-31-Diskussion:
Es geht Pro B 31
offensichtlich längst nicht mehr um eine demokratisch legitimierte
Konfliktaustragung, die ja intakte kommunale Demokratie signalisieren würde. Was
sichtbar wird, ist der Versuch einer geringen Stimmenmehrheit in der Kommune
via "brutalst möglicher" Hegemonie und
Abstimmungsgewalt, nur den blanken Vorteil ihrer Gruppe Pro B 31,
ausschließlich zu Lasten einer anderen
(hier Kluftern, lmmenstaad und so weiter)
durchzusetzen. Das ist wirklich versuchte antidemokratische Gewalt und solche
erzeugt normalerweise Gegengewalt, falls auf Opferseite nicht, wie in diesem
Fall erfreulicherweise zutreffend, demokratische Spielregeln hochgehalten
würden. Das Wesen und Ziel des demokratischen Prozesses, Konfliktlösung durch
einen konstruktiven Dialog, ist Pro B 31 offensichtlich fremd. Man will diesen
Kompromiss einfach nicht, man will nur und umfassend den eigenen, partikularen
Vorteil. Die Gruppe Pro B 31 scheut sich nicht, sich dafür auch als
antidemokratisch zu outen. Und vor allem das sind die
Fakten, die bei politisch wachen Bürgern Warnlichter blinken lassen. Das
Problem ist weniger das Mitbellen rückgestufter
karrieresüchtiger Berufspolitiker mittlerer Ebene, die (fast) alles tun, um
wieder an frühere Machtpositionen zurückzukommen. Ulrich Müller zum: Beispiel
"verlautbarte" in Sachen B 31 auch schon schlichte Unwahrheiten. Er
ließ verkünden, das erste Planfeststellungsverfahren für die B 31 sei aufgehoben
worden, weil diese nur zwei- und nicht
vierspurig geplant war (derzeit wird vierspurig angestrebt). Falsch! Es wurde
wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Man hat nun die Wahl, war diese
Verlautbarung tölpelhafte Unwissenheit des ehemaligen Verkehrs- und Umweltministers
Baden-Württembergs, der von Anfang an mit diesem Projekt verquickt war, oder
doch eher zielorientierte Lüge zur Tauschung der Öffentlichkeit?
Beides disqualifiziert ihn
als Öffentlichkeitsvertreter. Jetzt will er in diesem B-31-Konflikt auch noch
grundlegende demokratische Spielregeln aufheben. Das passt zusammen und er
passt Pro B 31 offensichtlich auch als Galionsfigur - und das spricht wiederum
Bände. Aber wie gesagt, weniger Ulrich Müller, vielmehr das antidemokratische
verhalten der Gruppe Pro B 31 und ihrer Lokalmatadoren ist das Hauptproblem.
Ulrich Müller, vor dessen
früheren Handlungsmöglichkeiten als Minister einem angesichts der genannten
Fakten rückwirkend nur noch grausen kann, wird stets in ähnlicher Weise
versuchen, wählerstimmen- wirksam mitzumischen, wo immer es geht. Fatal ist
nur, auch für Pro B 31, dass deren Folgen alle tragen müssen. Andererseits -
wer solche Leute wählt, hat sie auch verdient.
Rudolf Maser
Lettenhof
Markdorf