UMWELTPREIS

 

Vorschlag: Pro Kluftern

 

Zur Verleihung des Friedrichshafener Umweltpreises:

 

 

Da machen sich doch der OB und der Gemeinderat von Friedrichshafen Gedanken, wem der diesjährige Umweltpreis gehören soll und kommen selbst nicht auf den nahe liegendsten Kandidaten, nämlich die Bürgerinitiative „Pro Kluftern“ - was ihnen hiermit gesagt sei. Dies ist nicht als Spaß oder nur ironisch gemeint, sondern kann durchaus ernst genommen werden, und zwar aus folgenden Gründen: Pro Kluftern hat nach eingehender Beratung durch kompetente, unabhängige Fachleute und Straßenplaner zur Rettung unersetzlicher, bislang unverbauter Bodensee-Landschaft, allem aber zum Schutz der Bewohner Klufterns, gegen die vom Regierungspräsidium (RP) Tübingen vorgesehenen und vom Kreis und dem Friedrichshafener Gemeinderat abgenickten Brachial-Straßenplanungen mit äußerst zerstörerischen Folgen konstruktive, fachlich abgesicherte Gegenvorschläge gemacht.

 

Erstens: Anstelle des geplanten neuen Zubringers (K 7743) zur B 31 neu-West, mit fast 20 000 Kraftfahrzeugen pro Tag, mitten durch den Friedrichshafener Teilort Kluftern und seine Naherholungsgebiete, müsste der verkehrstechnisch und ökologisch einwandfrei mögliche Ausbau der so genannten MülIstraße (K 7742) erfolgen. Was neben der Rettung Klufterns enorme Landschaftszerstörungen verhindern und nur die Hälfte kosten würde. Zusätzlich würde der sehr teure autobahngemäße Verkehrsknoten bei der  Villa Wagner eingespart.

 

Zweitens: Anstelle der zusätzlich zum seenahen Ausbau der B 31 vom RP vorgesehenen seefernen Hinterland Ost -West -Straße, etwa auf der Trasse der damals aus gravierenden Umweltschutz-Gründen verworfenen A 98, sollten nur begrenzt ortsnahe und nur so verkehrstechnisch wirksame, echte Ortsumfahrungen für Markdorf selbst und die Ortschaften - bis Überlingen vorgesehen werden. Wie ursprünglich geplant, sollte nur, eine einzige, nämlich die seenahe Ost-West-Straße durch Ausbau der alten B 31 geschaffen werden. Es würden so enorme irreparable Zerstörungen des Hinterlandes zwischen Markdorf und Überlingen und äußerst hohe Kosten vermieden und auch die bestehenden Verkehrsprobleme in den Ortsdurchfahrten des vorhandenen Straßennetzes gelöst werden.

 

Drittens: Pro Kluftern hat den Kampf gegen diese Kluftern und seine Bewohner bedrohende Zubringer- Fehlplanung (Urteil kompetenter Fachleute) anstelle des Gemeinderates Friedrichshafen geführt – ohne die B31 neu dadurch in Frage zu stellen. Der Gemeinderat selbst hätte die Aufgabe gehabt seinen Teilort zu schützen und hat dennoch dieses fragwürdige Machwerk der RP-Subunternehmer beschlossen und somit  Kluftern und seine Naherholungsgebiete der Zerstörung, Verlärmung und Kontaminierung preisgegeben. Allein dieser Einsatz Pro Klufterns ist preiswürdig.

 

Pro Kluftern hat "Pro B31 neu" zuletzt auch nachsichtig auf Folgendes hingewiesen: Die sicher unerträglichen Zustände in Fischbach, Grund für den Schrei nach der ja auch von Pro Kluftern akzeptierten B 31 neu, würden durch den von "Pro B 31 neu" ausdrücklich befürworteten Zubringer (K 7743) mitten durch Kluftern mit fast 20 000 Kraftfahrzeugen pro Tag auch in Kluftern entstehen. Und das ist - wie auch in Fischbach - nicht hinnehmbar. Insgesamt für Friedrichshafen wahrlich Gründe genug, einer so dem Schutz von Menschen, Natur und Umwelt verpflichteten und dafür ehrenamtlich hart arbeitenden, hohe eigene Kostenbeiträge nicht scheuende Gruppe den Friedrichshafener Umweltpreis zuzusprechen. Friedrichshafen kann sich freuen über einen so lebendigen, am Geschehen; in der Stadt so bewusst und aktiv teilnehmenden Bevölkerungsteil, der nach wie vor auf vernunftbegründetes Einlenken durch Friedrichshafen zu hoffen wagt. So lange eben hofft, bis unvermeidbar scheint, zur Verhinderung des beschriebenen Unheils auf Grund blanker Obrigkeitsbeziehungsweise Abstimmungsgewalt die Notbremse der Rechtsmittel einzusetzen - denn die aufgezeigten Alternativen gibt es ja, sie sind durch beste unabhängige Fachleute überprüft und als durchführbar bezeichnet.

 

 

 

Rudolf Moser, Markdorf