Demonstriert schön

 

Zu der Demonstration für den Weiterbau der B 31

 

"Verbrecher" soll ein Passant den Demonstranten entgegengeschleudert haben, die sich vor zwei Wochen um den Oberbürgermeister, seinen Baubürgermeister und zahlreiche aktive und inaktive Stadträte der Stadt Friedrichshafen geschart hatten, um - ja warum eigentlich? – um ihren eigenen Bankrott in Sache B31 zu zelebrieren! Die Schmähung scheint also nicht ganz unzutreffend! Was will Pro B 31 eigentlich? Sie sagen, sie wollen eine Umfahrung der Stadt Friedrichshafen, aber wollen sie auch die Lösung des täglichen Verkehrsproblems? Dass Planungsfall 7.5 dazu nicht taugt, sollten gerade die Politiker in all den Jahren begriffen haben.

 

Wer verzichtet denn seit acht Jahren auf die Prüfung seriöser Planungsalternativen? Wer hämmert denn seit Jahren dem Stadtrat und der Öffentlichkeit ein, es sei ein Kardinalfehler, anderes als den Planfall P 7.5 auch nur eines Blickes zu würdigen? Wer übersieht denn seit acht Jahren, dass  nach Fertigstellung von P 7.5 ein Stau von 18 000 Kfz/Tag an der Alten Messe einkalkuliert ist? Wer glaubt denn an das Funktionieren einer vierspurigen Straße zwischen einem zweispurigen Tunnel am Colsmannknoten und einer zweispurigen B 31an der Stadtgrenze bei lmmenstaad? Wer redet denn seit Jahren einer doppelten Landschaftszerschneidung das Wort, indem eine seenahe, vierspurige B 31 und eine mindestens zweispurige Parallelstraße von Salem über Markdorf nach Friedrichshafen gefordert wird?

 

Von 1975 bis 2006 hat Tübingen an der A 98-Linie festgehalten. Jetzt lässt das RP aufhorchen mit der Neuigkeit, man habe die Linie der A 98 aufgehoben zugunsten von P 7.5. Das soll wohl heißen, man habe nun für die kommenden 30 Jahre einen neuen Papiertiger zur Lösung des Verkehrsproblems. Der amtliche Plan zeigt übrigens eine durchgezogene Linie Überlingen bis lmmenstaad und eine gestrichelte für Friedrichshafen mit dem Zusatz "Verlegung zwischen lmmenstaad und Waggershausen". Na dann demonstriert mal schön die nächsten 20 Jahre!

 

Gerhard Heusch, Hagnau