Das
Vorsingen des Regierungspräsidenten vor dem Stadtrat in Friedrichshafen zum
Thema B 31 hat die Presse bereits zutreffend als enttäuschenden Flop
beschrieben. Überraschend war eigentlich nur sein Mut, mit leeren Händen vor
ein erwartungsvolles Gremium zu treten, an dessen fehlgeleiteten Erwartungen er
selbst erheblichen Anteil hat. Schade, dass sein Mut nicht ausgereicht hat, dem
Stadtrat reinen Wein einzuschenken.
Fast
wäre es dennoch dazu gekommen, als sich nämlich ein Ratsherr nach dem Sinn der
Verkehrsbündelung zu fragen unterstand. Bei dieser Frage nach der
Sollbruchstelle der P7-Planung musste Baubürgermeister Hornung dem
Regierungspräsident beispringen und darauf hinweisen, dass diese Diskussion ein
für allemal ausgestanden sei und man nun nach vorne schauen müsse, basta! Wo
aber ist vorne, so lange Verkehrsbündelungen ein Reizthema ist und so lange die
Ratsherren im Unklaren gelassen werden, ob über die vierspurige P7 geredet wird
und folglich Kluftern ein Wörtchen mitzureden hat
oder ob es wie anno 1990 nur um eine zweispurige Umfahrung von Friedrichshafen
geht.
Sicherheitshalber
hatte die Verwaltung auf einen erklärenden Plan verzichtet, es hätte ja mehr
präzise Fragen geben können. Neben dem üblichen Lamento über die vielen
Einsprüche und über das wenige Geld hat der Regierungspräsident aber doch an
zwei Stellen zaghaft angedeutet, was Sache ist: Zum einen wies er in einem
Nebensatz auf die Unumgänglichkeit europäischen Rechts hin. Für Insider ist das
ein Hinweis auf das europäische Naturschutzgebiet des Typs FFH, welches vor
einem Jahr unter dem damaligen Verkehrsminister Ulrich Müller in der Gemarkung Ittendorf auf die P7.5-Trasse gelegt werden durfte.
Im
Klartext hat der RP mit diesem vagen Hinweis das Aus für P7.5 bestätigt. Und
zum zweiten hat er darauf verwiesen, dass bei allen Einsprüchen auch die so
genannte Bauerntrasse zu prüfen ist. Das wiederum ist ein deutlicher Hinweis,
dass man in Tübingen inzwischen begriffen hat, warum Ulrich Müller sein
Portefeuille als Verkehrsminister zur Verfügung gestellt hat, weil nämlich P7
auf Grund falscher Annahmen nicht mehr zu halten ist und man daher an anderen
Lösungen des Verkehrsproblems im Bodenseekreis arbeitet. Ein erfreulicher
Fortschritt!
Gerhard
Heusch, Hagnau
(Stand: 21.10.2005 00:20)