Friedrichshafen

 

Unendliche Geschichte der Verkehrsmisere

Seit fast 30 Jahren wohne ich im Raum Friedrichshafen Kressbronn, habe einen Großteil meiner beruflichen Fahrten auf der B31 alt zurückgelegt und gehöre keiner Partei an. Seit dieser Zeit wird besonders in Friedrichshafen und darüber hinaus geplant, diskutiert und gestritten und keiner will schuldig sein, dass besonders in Friedrichshafen, aber auch in Kressbronn, eine Verkehrsmisere besteht. Wenn man nun dieser Tage wieder die Berichte und Leserbriefe der politischen Parteien zur Verkehrsplanung B31 Umgehung Friedrichshafen liest, merkt man, dass eine Wahl bevorsteht. Wann endlich begreifen die politisch Verantwortlichen in Bund und Land, dass durch diesen Hickhack die Bevölkerung leidet. Als vor über 25 Jahren versucht wurde, im Bodenseekreis eine große Lösung der Verkehrsprobleme durch eine vier- oder dreispurige Autobahn im Hinterland zu schaffen, wurde dies schon damals mit fadenscheinigen Argumenten verhindert. Dass dies die beste Lösung gewesen wäre, sehen heute selbst damalige Gegner ein. Man muss doch endlich zugeben, dass Anfang der 80er-Jahre in der Verkehrspolitik im Bodenseekreis Fehler gemacht wurden. Dabei war ein Herr Bindig von der SPD als MdB unseres Wahlkreises in der Partei und im Verkehrsausschuss in Bonn maßgeblich beteiligt. Nur eine Autobahn als Teil einer optimalen Verbindung vom Raum Hochrhein in Richtung München hätte ab Stockach bis Lindau eine Entlastung für Umwelt und Bevölkerung gebracht.

Durch Entscheidung und Einflüsse der SPD wurden diese Schritte in eine weitsichtige Richtung verhindert. Viele Einwohner des Bodenseekreises könnten in Ruhe schlafen und manche Tote könnten noch leben, wenn man sich nicht nur für die kleinkarierten Ortsumgehungen entschieden hätte, die nach diesen Jahren noch immer auf sich warten lassen. Anstatt immer neuer Rechtfertigungen und Vorwürfe gegen die anderen sollten Politiker zu ihren Fehlern stehen und sich endlich, unabhängig von Wahlterminen, mit allen Verantwortlichen zusammensetzen und eine rasche gemeinsame Lösung für die Menschen der Region suchen.

Wilfried Walter, Kressbronn

 (Stand: 19.08.2005 00:17)