03.04.2003 06:26

Lesermeinungen zur Südumfahrung

Noch drei Tage bis zum Bürgerentscheid - Diskussion über Pro und Contra ist voll entfacht

 

Gesamt

Im Einklang mit der Natur

Gedanken zu den Umgehungsstraßen:

"Wir haben die Erde nicht nur von unseren Eltern geerbt, sondern auch von unseren Kindern geliehen" (Indianisches Sprichwort).

Ich wünsche unseren Kindern, dass sie eine Erde von uns (zurück-) bekommen, auf der sie leben können, im Einklang mit der Natur. Ich wünsche unseren Kindern auch, dass sie Erwachsene um sich haben, die Ihnen vorleben, wie man mit der Erde, Natur, Tierwelt und Menschheit umgeht, um im Einklang und im Frieden miteinander zu leben. Ich wünsche unseren Kindern, dass sie Achtsamkeit von uns lernen, so dass die vielen Generationen nach ihnen hier auch noch einen lebenswerten Lebensraum finden. Diese Straßen, die hier in der Umgebung neu gebaut werden sollen, vernichten so viel Leben, Lebensraum und Lebensqualität.

"Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann" (Indianisches Sprichwort).

Ich bin dafür, dass unsere ganze Kraft und Energie dahin fließen sollte, den Straßenverkehr stark zu vermindern, über öffentliche Verkehrsmittel, umweltverträgliche Solarautos, Fahrräder, und so weiter, in der Gewissheit, dass wir etwas Lebenswichtiges erhalten werden. Kehren wir um. Fragen wir uns alle einmal, wo das Ende unseres Weges ist, was unser Ziel ist, und ob uns diese Welt dann gefällt für uns und die vielen Lebewesen, die nach uns kommen werden.

Martina Bechinger

Bermatingen-Ahausen

Mogelpackung

hoch drei

Zur Straßendiskussion:

Die Südumfahrung soll den Markdorfern als Mogelpackung untergejubelt werden.

Mogelpackung Nummer 1: Trotz mehrfacher Aufforderung wurde keine Prognose vorgelegt, wie sich der Bau der Südumfahrung selbst auf das Verkehrsgeschehen auswirkt. Stattdessen wird eine Entlastung vorgegaukelt, die voraussetzt, dass fünf neue Straßen gleichzeitig gebaut werden: die Ortsumfahrung Bermatingen, die Südumfahrung Markdorf, die Ortsdurchfahrung Kluftern, sowie die beiden vierspurigen Bundesstraßenprojekte Umfahrung Friedrichshafen-West und B30 neu von Friedrichshafen nach Ravensburg. Dabei bewirken die beiden letztgenannten Straßen für sich allein bereits eine Entlastung für Markdorf, insbesondere beim LKW-Durchgangsverkehr - unabhängig vom Bau einer Südumfahrung. Dieser Teil der Entlastung darf nicht der Südumfahrung zugerechnet werden! Ohne die beiden Bundesstraßenprojekte werden die Ortsumfahrungen Bermatingen-Markdorf-Kluftern sogar noch zusätzlichen Verkehr in den Raum Markdorf ziehen. Davon werden vor allem die Teilorte Ittendorf, Leimbach und Hepbach betroffen sein.

Mogelpackung Nummer 2: Für den "Haslacher Knoten" wird eine Planung vorgelegt, die niemand so haben will: Das Straßenbauamt nicht, der Regionalverband nicht, die Stadt Markdorf nicht, die Südumfahrungsbefürworter nicht und die betroffenen Landwirte erst recht nicht. Warum? Eine Antwort darauf hat Herr Gerber bei der Bürgerversammlung in Ittendorf gegeben: Man müsse diesen Entwurf unter politischen Gesichtspunkten sehen. Es solle der Eindruck vermieden werden, dass mit der Südumfahrung für den Fernverkehr eine "Hinterlandtrasse" über Bermatingen entsteht. Selten wurde ein Wahlbetrug schon vor der Abstimmung so offen zugegeben!

Mogelpackung Nummer 3: Mit sehr großzügigen Farbprospekten hat sich der Wirtschaftskreis Markdorf für die Südumfahrung ausgesprochen. Der Bürgermeister hat schon im Vorfeld herausgestellt, dass die 20 großen Unternehmen dieses Wirtschaftskreises die Südumfahrung angeblich unterstützen. Fragt man bei einzelnen Unternehmen wie Volksbank, Sparkasse oder Techni-Data nach, so heißt es, man nehme bezüglich der Südumfahrung eine neutrale Position ein. Offensichtlich sind es nur wenige Betriebe, besonders solche im Dunstkreis der Automobilbranche, die sich unter dem Deckmäntelchen des Anwohnerschutzes von den Markdorfern ihre Zubringerstraße subventionieren lassen wollen.

Frieder Staerke

Markdorf

Wohnen an der B33

Zur Berichterstattung und den Leserbriefen im SÜDKURIER vom 1. April:

Ich wohne im Grünen. Zumindest 50 Meter. Dann kommt die B33. Dass wir zumindest sonntags zeitweise gemütlich im Garten sitzen können, ist eigentlich nur dem Sonntagsfahrverbot zu danken. Unter der Woche ist eine normale Unterhaltung, wie sie im Garten möglich sein sollte, undenkbar. An nachts geöffnete Fenster, die zum erholsamen Schlaf gehören, ist nicht zu denken. Dies liegt nicht an den PKW, die die Südumfahrung zum Teil aufnehmen wird, sondern am Schwerlastverkehr. Und diese LKW werden mit Sicherheit die einfachere Trasse der Südumfahrung wählen.

Zur Verlärmung des BZM: Wer einmal die B33 aus 650 Metern "probegehört" hat, wird dies als fast nicht wahrnehmbares Rauschen in Erinnerung behalten. Egal bei welcher Windrichtung. Ohne Lärmschutzmaßnahmen oder schützende Hügel, wie sie zwischen der Trasse der Südumfahrung und dem BZM liegen. Wobei aus Lärmschutzgründen nach der neuesten Rechnung der Südumfahrungsgegner auch alle Bäume im Umkreis gefällt werden müssten. Das Rauschen der Blätter liegt bei 30 bis 50 Dezibel und könnte somit den Lernerfolg behindern. Wobei 30 bis 50 Dezibel mit "Ruhiges Wohnen im Grünen" definiert werden.

Und da gerade von zukünftig geplagten Schülern ab Klasse 5 berichtet wird: Wer macht sich eigentlich um die Grundschüler in Markdorf Gedanken? Diese lernen höchstens 150 Meter von der B33 entfernt. Ohne Lärmschutz. Sind die Grundschüler es noch nicht wert, dass man den Lärm reduziert? Zugegeben, meine Kinder sind noch im Kindergartenalter. Ich wünsche mir trotzdem, dass sie auch in der Grundschule bessere Verhältnisse bekommen als es im Moment der Fall ist. Dass im BZM später der Lärmpegel nicht wirklich schlechter als heute ist, weiß ich. Ich habe "probegehört".

Und was die Kinderwägen und Fußgänger mit und ohne Hund auf der Südumfahrungstrasse angeht: Jeder, der auf der Trasse spazieren geht, geht den Weg größtenteils einsam. Zur Zeit wird die Trasse von Gegnern der Südumfahrung kurzfristig und nur für Diskussionszwecke in wirklich für Spaziergänge genutzte Gegenden verlegt. Und das ist meiner Meinung nach unredlich.

Und nochmals zum Tunnel: Wieso regen sich Gegner der Südumfahrung über leises Rauschen aus 650 Metern Entfernung auf, würden aber einen sehr lauten Tunnelausgang in maximal 200 Metern Entfernung bevorzugen? Sollen hiermit unentschlossene Wähler gekapert werden? Weil den Tunnel eh keiner bezahlen kann und er damit sowieso nicht kommt? Davon abgesehen, dass auch die Abgase eines Tunnels wieder irgendwo hin müssen. Ja, ich bin für die Südumfahrung und dies aus guten Gründen, wie ich denke.

Barbara Härle

Markdorf

Eine Katastrophe

für Ittendorf

Zum Zusammenhang der Südumfahrung mit Reute:

Anlässlich der Bürgerversammlung in Ittendorf wurden uns die Nachteile deutlich gemacht, die Ittendorf durch den Bau der Südumfahrung von Markdorf erfährt. Herr Bürgermeister Gerber hat uns erläutert, dass "die Südumfahrung in ein Gesamtverkehrskonzept eingebunden" ist. Wie dieses Konzept aussieht, wird in der Broschüre, der so genannten "Bürgerinformation", des Straßenbauamts Überlingen beschrieben: Darin wird das erwähnte "Gesamtkonzept" auf den ersten zehn Seiten vorgestellt. Die Variante 7.5 als neue vierspurige Bundesstraße B33 wird als Kernstück dieses Gesamtkonzepts beschrieben und als Vorzugstrasse bezeichnet. Dieses Vorhaben wird auch noch einmal in dem Flugblatt des "Wirtschaftskreises Markdorf" sehr deutlich. Da wird nämlich im Text und in einer Abbildung aufgezeigt, dass die Südumfahrung die Variante 7.5 ergänzen soll. Wie jeder weiß, ist dies die Katastrophenvariante für Ittendorf und insbesondere für Reute und Hundweiler. Deshalb betrifft uns Bürger aus Reute und Hundweiler ganz besonders die Entscheidung zur Südumfahrung von Markdorf. Ich hoffe, möglichst viele Bürger stimmen gegen die Südumfahrung.

Fritz Käser

Markdorf

Pro Land(wirt)schaft

Zur Zerschneidung der Landschaft:

Es ist unfassbar, dass die herrliche Landschaft und wertvolle landwirtschaftliche Böden zwischen Immenstaad und Markdorf in einigen Jahren gleich durch zwei Neutrassierungen zerschnitten und verlärmt werden.

Seit Jahren fahre ich mit dem Rad über Bürgberg nach Markdorf zum Einkaufen oder einfach zur Entspannung in dieser wunderbaren Ruhe, mit der es dann zu Ende wäre. Gleichzeitig würde Markdorf aber weiter unter dem verbleibenden Restlärm leiden. Meiner Meinung nach könnten ein Tunnel sowie die Ausweitung der BOB nach Salem für den überörtlichen Verkehr und der Ausbau des Bus- und Radwegenetzes für Markdorf und seine Umgebung die Lösung sein. Vorausgesetzt, dass dann ein großer Teil der Bürger die Alternativen auch nutzt.

Der Erhalt der Land(wirt)schaft sowie ein wirksamer Lärmschutz für die vom Lärm gestressten Markdorfer sollten uns die Mehrkosten wert sein.

Peter Hecking

Immenstaad

Lebe wohl, Urlaubsregion

Zur Entlastung der Ortskerne:

Die Asphaltstrategen im Straßenbauamt Überlingen wie die Umfahrungsfreunde in den Rathäusern von Markdorf und Bermatingen erwarten durch die geplanten Ortsumfahrungen wahre Wunderdinge in Sachen Verkehrsentlastung für beide Ortskerne, vor allem die LKW meiden nach ihren Prophezeiungen die alten, gewohnten Wege, auch wenn die die neuen Umwege sein werden. Hoffnungen werden genährt durch Geschwindigkeitsbegrenzungen, neue Vorfahrtsregelungen, Schwellen, Verengungen oder gar Durchfahrtsverbote, könnte es zu LKW-freien Zonen auf den jetzigen Durchfahrtsstraßen kommen, für Bermatingen werden gar paradiesische Zustände erwartet.

Bezüglich dieser Hoffnungen ergibt sich bei Betrachtung der Vorgaben der Straßenverkehrsordnung und des Bundesfernstraßengesetzes ein ganz anderes Bild. Sowohl die Durchfahrt von Bermatingen als auch die von Markdorf wird weiterhin als qualifizierte Straße - mindestens als Kreisstraße - gelten, da für beide Gemeinden die Zulaufstrecken aus dem Deggenhausertal kaum zu Gemeindeverbindungsstraßen zurückgestuft werden können. Im Übrigen wird als Begründung für die aufwändig geplante Kohler-Krake beim "Haslacher Hof" (Trompetenlösung) die weiterhin existente Bundesstraße durch Markdorf angegeben. Für beide Gemeinden behält Paragraph 45 Absatz 9 der Straßenverkehrsordnung Gültigkeit, dass eine Verkehrsberuhigung mittels Geschwindigkeitsreduzierung bei qualifizierten Straßen nicht möglich ist, weil keine über das normale Maß hinausgehende Gefahr besteht. Als Gemeinderat von Bermatingen habe ich mehrmals, zumindest für die Engstelle am Rathaus, eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h zu initiieren versucht, was mehrmals mit der vorher genannten Begründung von der zuständigen Verkehrsbehörde abgelehnt wurde.

So wird der Traum von paradiesisch ruhigen Zuständen für beide Ortsdurchfahrten wohl eine schöne Vision bleiben. Eher wird durch beide Umfahrungen eintreffen, was bisher stets eingetroffen ist: Wer Straßen baut, wird zuerst Verkehr und nachher Industriegebiete ernten. So lebe denn allmählich wohl, Urlaubsregion Bodenseehinterland.

Dr. Gerhard Barisch

Bermatingen

Unterricht wird schwieriger

Zum Trassenlärm am BZM:

Die Initiative meiner ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer am BZM auf die zu erwartenden Auswirkungen der Südumfahrung auf die Schule halte ich für richtig und angebracht. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es oft schwierig war, vor allem in den Sommermonaten, in den Räumen auf der Lipbach zugewandten Seite des Gebäudes, sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Hohe Sonneneinstrahlung, großflächige Verglasung und fehlende Klimatisierung der Klassenzimmer lassen selbst bei offenen Fenstern und ohne Straßenlärm den Unterricht schwierig werden.

Der an der Schule zu erwartende Lärm von der Südumfahrung wird amtlicherseits mit 50 Dezibel angegeben. Dieser Lärm ist nicht aus Richtung Stüblehof/Bürgberg zu erwarten, sondern aus dem Bereich des Segelfluggeländes, wo die Trasse in offenem Gelände die Senke quert. Er wird also mit der sowieso schon schwierigen Situation an Sonnentagen die negativen Auswirkungen auf den Unterricht verstärken, zumal bekannt ist, dass Lernstörungen bereits bei einem Dauerschallpegel von 40 Dezibel anfangen. Besonders gravierend wird sich dies bei den zum Teil mehrstündigen Klassenarbeiten auswirken, da diese eine erhöhte Konzentration erfordern.

Moritz Wällischmiller

Markdorf

ÖPNV ist möglich - auch bei uns

Zu einer Alternative zur Südumfahrung:

Wer gegenwärtig in der Diskussion um die Lösung unserer Verkehrsprobleme im Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) einen möglichen Beitrag zur Entlastung sieht, dem wird oft Folgendes entgegnet: ein attraktiver ÖPNV ist in einem doch eher ländlichen Raum wie bei uns viel zu kostspielig und kann niemals leistungsfähig sein.

Richtig ist, dass der ÖPNV nicht in allen Bereichen den PKW ersetzen kann. Falsch ist, daraus eine generelle Ineffizienz abzuleiten. Gerade für den Berufsverkehr kann der ÖPNV bei entsprechendem Angebot eine echte Alternative darstellen und bedeutend mehr Verkehr von der Straße wegnehmen, als bei uns für möglich gehalten wird.

Unsere gegenwärtig hohe Verkehrsbelastung hat vor allem zwei Ursachen: Erstens den Fernverkehr mit dem hohen LKW-Anteil auf der B33. Für diesen ist aber nach offizieller Planung nicht die Südumfahrung vorgesehen, sondern er soll künftig von der Bündelungstrasse großräumig abgeleitet werden. Zweitens der Berufsverkehr, der bei uns die täglichen Verkehrsspitzen auf der Linie Salem-Markdorf-Friedrichshafen erzeugt. Genau hier kann der ÖPNV eine spürbare Entlastung bringen, weil sich die Zentren der Pendlerströme entlang der Bodenseegürtelbahn konzentrieren. Neben dem Hauptziel Friedrichshafen verzeichnen Markdorf, Bermatingen und Salem einen hohen Anteil an Ein- und Auspendlern. Die günstige Lage zur Bahn bedeutet, dass ein attraktives Angebot einen Großteil dieser Pendler erreichen kann.

Beispiele im Land zeigen, dass Nahverkehr erfolgreich sein kann, wenn verantwortliche Träger in einen zukunftsfähigen und umweltverträglichen ÖPNV investieren.

Benno Sandkühler

Markdorf

Argumente gehen nicht aus

Zu den Artikeln "Lehrer erwarten Lärmbelästigung" und "Die Leute werden nachdenklich" am 1. April im SÜDKURIER:

Es ist schon erstaunlich, dass sich von insgesamt mindestens 150 Lehrern und Lehrbeauftragten des BZM 57 Lehrer (Anmerkung der Redaktion: 57 Lehrer des Gymnasiums) Sorgen machen über die Lärmbelästigung einer Straßenführung, welche in einer Entfernung von mehr als einem halben Kilometer an der Schule vorbeiführt. Sie wähnten sich bisher in paradiesischen Zuständen. Wie kann man das den Grundschülern in Markdorf erklären, die in nächster Nähe der Bundesstraße jetzt und auch in Zukunft lernen müssen. Wer hat sich bisher darüber öffentlich beklagt? Von der stark befahrenen Ensisheimer Straße und der Eisenbahnlinie, die direkt und ohne Entfernung zur Schule vorbeiführen, fühlen sich diese Kritiker bislang scheinbar nicht belästigt. Weitere Kritikerstimmen befürworten aber einen Anschluss an den Aldikreisel, der dann die Straße in cirka 120 Meter östlich der Schule vorbeiführt. Wer kann dies verstehen?

Wäre es bei den verschiedenen, tendenziösen Informationsveranstaltungen nicht ehrlicher, wenn die Kritiker ihre Versammlungen nicht nur in idyllischer Ruhe und Abgeschiedenheit abhalten würden, sondern so mutig wären, diese zum Beispiel an der Obsttankstelle in Markdorf - dort gibt es genügend Platz - zu begehen oder am gewünschten zweiten Tunnelmund an der Kreuzung Bernhardstraße-B33? Wenn sie dann an diesen Stellen noch Argumente finden, die den Bau einer Umgehungsstraße verhindern sollen, dann und erst dann haben sie schlagkräftige Argumente.

Uns Befürwortern gehen die Argumente nicht aus. Wir haben einfach immer die gleichen: Zu viel Lärm, zu viel Schwerlastverkehr, zu viel Durchgangsverkehr, zu viele Schadstoffemissionen, zu viele Erschütterungen für die Bausubstanz, zu viele Gefahren, zu wenig frische Luft.

Mehr braucht es nicht, um sich für eine Verbesserung der Lebensqualität voll und ganz einzusetzen - und sei es auch "nur" für die, die dort leben müssen, auch wenn man selbst weit weg wohnt. Einigen von uns wirft man vor, dass wir doch selbst schuld sind. Wir hätten ja nicht an die Straße hinbauen müssen. Ist es nicht so, dass viele der Anwohner der Bundesstraße dort geboren und aufgewachsen sind - und zwar schon lange bevor diese Straße diese Verkehrsdichte aufwies? Ist es nicht arrogant, diesen Mitbürgern diese Lebensbedingungen weiterhin zuzumuten?

Renate Nitsche

Markdorf