ÖPNV ist möglich - auch
bei uns!
Wer in der Diskussion um
die Lösung unserer Verkehrsprobleme im Ausbau des Öffentlichen
Personennahverkehrs (ÖPNV) einen Beitrag zur Entlastung sieht, dem wird oft
Folgendes entgegnet: Ein attraktiver ÖPNV ist in einem doch eher ländlichen
Raum wie bei uns viel zu kostspielig und kann niemals leistungsfähig sein.
Richtig ist, dass der
ÖPNV nicht in allen Bereichen den Pkw ersetzen kann. Falsch ist, daraus eine
generelle Ineffizienz abzuleiten. Gerade für den Berufsverkehr kann der ÖPNV
bei entsprechendem Angebot eine echte Alternative zum Auto darstellen.
Unsere hohe
Verkehrsbelastung hat vor allem zwei Ursachen: den Fernverkehr mit dem hohen
Lkw-Anteil auf der B 33 und den Berufsverkehr, der die Verkehrsspitzen auf der
Linie Salem-Markdorf-Friedrichshafen erzeugt. Hier
kann der ÖPNV eine Entlastung bringen, weil sich die Zentren der Pendlerströme
entlang der Bodenseegürtelbahn konzentrieren.
Neben dem Hauptziel
Friedrichshafen verzeichnen Markdorf, Bermatingen und
Salem einen hohen Anteil an Ein- und Auspendlern. Erste Anzeichen eines verstärkten
Engagements für die Bodenseegürtelbahn sind sichtbar: Moderne Triebwagen haben
die alten "Stahlrösser" abgelöst, neue Haltestellen wurden
eingerichtet oder sind geplant. Weitere Maßnahmen wie ein verbessertes
Tarifsystem oder eine dichtere Zugfolge zu Spitzenzeiten müssen folgen. Dafür
braucht man das Geld, das in die Finanzierung der Südumfahrung gesteckt werden
soll.
Beispiele zeigen, dass
Nahverkehr erfolgreich sein kann. So haben im vergangenen Jahr die Murgtalbahn
nach Rastatt und die Enztalbahn nach Pforzheim mit
neuem Konzept innerhalb weniger Monate Fahrgaststeigerungen gebracht, die alle
Erwartungen übertrafen.
Benno Sandkühler,
Markdorf
(Stand: 01.04.2003 23:30)