Vergeudung von Steuergeldern

 

Ebenfalls dazu:

 

Das Planfeststellungsverfahren zur B 31 neu Friedrichshafen West zwingt zum Handeln. Wenn diese Straße so gebaut wird, sind alle weiteren Überlegungen für eine sinnvolle Verkehrskonzeption für den Bodenseekreis mehr oder weniger hinfällig.  Mit dieser Straße schaffen wir uns Zwangslagen, die uns später weitere Maßnahmen aufzwingen und den Spielraum erheblich einengen.  Die B 31-neu nimmt den Durchgangsverkehr aus dem Teilort Fischbach heraus, verlagern diesen aber in noch stärkerem Maß nach Kluftern. Damit haben wir also ein Problem nicht gelöst, sondern nur verlagert. Auch die Teilorte Schnetzenhausen und Sparbruck sowie die Anwohner der Hochstrasse in Friedrichshafen werden stärker belastet. Damit stellt sich aber die Frage, ob wir mit diesen Steuergeldern wirklich etwas Sinnvolles tun!

 

Diese Planung der B 31-neu FN-West zementiert die generelle Ausrichtung, dass mit dem Planungsfall 7.5 und der Südumfahrung Markdorf zwei parallele Straßen in wenigen Kilometern Abstand gebaut werden. Hiergegen müsste eigentlich jeder Steuerzahler protestieren und Einwendungen einreichen. Durch dieses erste Straßenbauprojekt wird weiterer Bedarf erzeugt, was insgesamt letztlich ungeheuer viel Landschaft in Anspruch nimmt. Unsere Bodenseelandschaft muss aber endlich als wichtiges Kapital erkannt werden, mit dem wir sorgsam umzugehen haben. Eine intakte Bodenseelandschaft ist die Basis der Tourismusbranche und diese wiederum ist ein erheblicher Wirtschaftsfaktor für unsere Region. Wir dürfen unsere noch schöne Landschaft nicht dem Moloch Verkehr opfern.

 

Auf die Platzierung muss keiner stolz  sein: Im laufenden Jahr rangiert, Friedrichshafen unter den Top Ten der Städte mit den meisten Überschreitungen des amtlichen Feinstaubgrenzwerts. Mit dem Inkrafttreten der EU-Grenzwerte am 1. Januar 2005 wird das Feinstaubproblem in Friedrichshafen und im gesamten Bodenseebecken offensichtlich. In den ersten acht Wochen, dieses Jahres überschritt Friedrichshafen bereits 6 Mal die erlaubten Grenzwerte.

 

Mit dieser Erkenntnis ist es unverantwortlich den Bürgern gegenüber, den Verkehr der B33 noch zusätzlich durch die Stadt zu leiten. Der Planungsfall 7.5 ist damit vom Grundsatz her in Fragezustellfon. Dabei gibt es die Lösung: Die Bauerntrasse, die schon zu Beginn dieses Verfahrens im Spiel war, würde viele Probleme lösen. Keine zwei parallelen Straßen, keine Verlagerung der Belastung von Fischbach nach Kluftern, eine Reduzierung des Landschaftsverbrauchs.  Weniger aufwendige Knotenpunkte. Mit eingesparten Mitteln können höherwertige Maßnahmen (zum Beispiel Tunnel) mit einplant werden! Eine Gesamtlösung von Meersburg bis Friedrichshafen ist möglich!

 

Daraus ergibt sich der zentrale Einwand gegen diese Planung, der darin besteht, diese "Teil-Planung" insgesamt zu verwerfen und zu einer Gesamtplanung überzugehen.

 

Wolfgang Metzler, Mitglied des Kreisvorstandes Bündnis 90 / Die Grünen Bodenseekreis,

Uhldingen-Mühlhofen