Friedrichshafen

 

Was "Pro B 31" leisten kann - und was nicht

Im Vordergrund der Aktivitäten des Bündnisses "Pro B 31" steht und stand nach meinem Dafürhalten nie, unbeteiligte Autofahrer zu blockieren, sondern vielmehr die Notwendigkeit eines zügigen Weiterbaus der B 31 FN-West zu verdeutlichen und zu unterstützen. Es ist ein zulässiges und hoffentlich erfolgreiches Mittel, durch Demonstrationen und auch plakative Aktionen mit möglichst breiter Unterstützung die fehlende Umgehung FN-West einzufordern. Es wäre sicher ein sehr obrigkeitshöriges Demokratieverständnis, die Hände in den Schoß zu legen und darauf zu warten, dass Gemeinderat und Stadtverwaltung schon das Notwendige tun werden. Es ist andererseits auch nicht die Aufgabe oder der Anspruch von "Pro B 31", die erforderlichen Schritte für einen Baubeginn, stellvertretend oder ersatzweise für die zuständigen Gremien einzuleiten. Ich sehe mein Engagement in diesem Bündnis eher als sinnvolle Unterstützung und Ergänzung der Bemühungen für einen Baubeginn der B 31 FN-West im Sinne der Menschen in unserer Stadt, die unter der derzeitigen überlasteten Straße leiden. Ich bin froh und finde es bemerkenswert, dass sich über Parteigrenzen hinweg - mit einer Außnahme - alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen und Ortsverbände in Friedrichshafen zu einer Mitarbeit beim örtlichen Bündnis "Pro B 31" zusammen gefunden haben. Auch die für unseren Wahlkreis zuständigen Mandatsträger im Landtag und Bundestag befürworten dieses Bündnis.

Ein schneller Erfolg ist und war von einer Demonstration nicht zu erwarten, aber es war notwendig und richtig, auf der B 31 für die B 31 zu demonstrieren und den Bürgern auch eine Beteiligung am Protest zu ermöglichen. Die Aktionen für die Umgehung werden nicht auf diese Demonstration beschränkt bleiben. Mit Unterschriftenaktionen, Plakaten, Flugblättern, Info-Veranstaltungen, Demonstrationen oder Gesprächen mit Verantwortlichen kann sich das Bündnis weiter positiv für die Häfler Umgehung einsetzen, auch wenn manche Leserbriefschreiber mit Spott und Häme darauf reagieren. "Pro B 31" ist - aus meiner Sicht - ein Angebot zum Mitmachen an Menschen, die das Projekt positiv nach vorne bringen wollen. Resignierte, uninteressierte Menschen wird man nur schwer motivieren und Gegner der B 31 FN-West nicht überzeugen können, deswegen möchte ich sie aber für ihre entgegenstehende Meinung auch nicht öffentlich verurteilen. Eines dürfte jedenfalls klar sein: Der Blick zurück bringt uns nicht weiter.

Dieter Stauber, Friedrichshafen

 (Stand: 17.08.2006 00:16)