Entlastung erst in Jahrzehnten
Zu den Bürgerversammlungen in Riedheim und
Ittendorf
Auf der Riedheimer Bürgerversammlung zur
Südumfahrung behauptete Bürgermeister Gerber, der BUND (Bund für Umwelt und
Naturschutz) wolle “ohne mit der Wimper zu zucken, eine Straße durch Riedheim
bauen”. Diese Behauptung zu dementieren und meine Verständnislosigkeit für die
Unterstellung deutlich zu machen, war mangels Redemöglichkeiten leider nicht
möglich. Der Abend war nämlich so gestaltet, dass der Bürgermeister stets das
letzte Wort hatte.
Außerdem verschweigt der Bericht meine Antwort auf den Vorwurf von Herrn
Scheuermann, der BUND kümmere sich zu wenig um Belange der dort wohnenden
Menschen. Ich wies daraufhin, dass unsere Haupttätigkeit Lebensräume
aufzuwerten auch der Erholung- besonders des lärmgestressten Menschen dienen.
Ich wies daraufhin, dass trotz der bereits bekannten hohen Belastungen an der
Bundesstraße in den vergangenen Jahren viele neue Häuser direkt an die Straße
gesetzt wurden!
Um nicht falsche Erwartungen aufkommen zu lassen, muss gesagt werden, dass
eine wirkliche Entlastung von Leimbach und Hepbach
allein mit der Südumfahrung nicht kommt. Der Verkehr in Richtung Ravensburg
wird sich erst dann ab Meersburg über Friedrichshafen nach Ravensburg neu
orientieren, wenn der entsprechende Straßenzug B31 und B30 ausgebaut ist. Die
Realisierung dieser Strecke- in welcher Form auch immer- wird noch Jahrzehnte
dauern. Der BUND hat diesbezüglich den weitgehenden Ausbau vor Neubau
gefordert.
Auf der Versammlung in Ittendorf wurde mein
Vorwurf, eine detaillierte Bilanz der Neubelastungen durch die Südumfahrung
liege noch nicht vor, seitens Herrn Gerber mit dem Hinweis abgetan, dies stehe
alles in der Broschüre des Straßenbauamtes. Dies trifft aber nicht zu, der
Planer Stocks hat dies öffentlich bestätigt! Auf meinen weiteren Hinweis, dass
es zu massiven Neubelastungen in Efrizweiler und Kluftern – hier müssen über 20.000 Fahrzeuge hindurch-
kommen wird, wurde mit möglichen Schallschutzmaßnahmen bei
Grenzüberschreitungen entgegnet. Die gültigen grenzwerte sind derartig hoch,
dass auch bei Unterschreitungen eine massive Verlärmung spürbar ist.
Franz Beer
Markdorf
Südkurier vom 19-März-2003