ORTSUMFAHRUNGEN

 

Närrischer Verkehr

 

Zum Leserbrief  "Schwache Leistung" von Hartmut Kohler, Leiter des Straßenbauamts Überlingen.

 

 

 

In der Tat - da hat er mich aber auf dem linken Fuß erwischt, der selbsternannte bessere Narr aus Überlingen: Ich sei weder schelmisch, noch knitz, hälinge, weise oder humorvoll, wie der Regierungsbaudirektor Kohler. Da dachte ich, es sei gnädiger, die planerischen Fehlleistungen des Regierungsplaners Siebrand ins närrische Gewand der Fasnet zu verpacken, und schon werde ich als Eing'schmeckter erkannt. Nein, diese Art der Verkleidung mag man nicht beim Straßenbauamt: Dessen Stil ist vielmehr, sich in Nibelungentreue zu üben und dem in seinen Computerprogrammen gestrauchelten Verkehrskonfusionsrat Siebrand die Stange zu halten. Das mag zwar ehrenvoll sein, aber ein Narr muss man auch sein, sich auf solch verlorenem Posten zu wagen. Da legt die vorschnelle Parteinahme den Verdacht der Komplizenschaft nahe – nach dem Motto, wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

 

Bei einem Zuwachs von 20 Prozent seien im Jahr 2010 täglich 2800 Kraftfahrer auf der Lippertsreuter Straße als Schleichfahrer unterwegs. Sie wählen den Umweg über Pfullendorf nur deswegen, weil sie auf der B 31 nicht schnell genug von Überlingen nach Friedrichshafen kommen. Herr Kohler, wo sie mir schon die Eignung als Narr abgesprochen haben, darf ich mir wohl erlauben, Ihnen allen Ernstes die Kenntnis des Straßennetzes im Bodenseekreis abzusprechen. Es sei denn, Sie laden mich zu einer Autofahrt von Überlingen über Pfullendorf nach Friedrichshafen ein und kommen dort schneller an, als über die B 31. Top, die Wette gilt. Wenn ich verliere, dann hätte ich die Leute verkohlt, und wäre bereit, fortan Kohler zu heißen.

 

Anderenfalls behalten Sie den Namen und übertragen mir die Leitung des Straßenbauamtes Überlingen.

 

Gerhard Heusch, Hagnau