Ganz schön unsportlich!
Zum Leserbrief “Naherholung”
Soso, irgendwelche Dienstagswanderer finden es also am Gehrenberg
viel netter als in unserem Naherholungsgebiet vor den Haustüren der Südstadt.
Und deshalb kann man dieses wertlose Fleckchen Erde auch gerne dem Bau einer
Südumfahrung opfern.
Ich frage: Was ist mit den alten Leuten, die schon etwas wacklig auf den
Beinen sind und gar nicht mehr auf den Gehrenberg
können? Was ist mit den vielen Müttern mit Kinderwagen, die sich freuen, dass
sie in ebenem Gelände auf guten Wegen in Ruhe etwas frische Luft schnappen
können? Was ist mit all den Inline- Skatern, für die es zwischen Markdorf und dem Bodensee ein
richtiges kleines Rollschuh- Paradies gibt? Was ist mit den vielen Radlern, die
hier- vom Autoverkehr unbehelligt- Erholung suchen? Wo man auch mit unsicher
radelnden Kindern ungefährdet einen Ausflug machen kann? Was ist mit den
unzähligen Spaziergängern, die nur mal kurz Sonne ( oder
Regen ) tanken wollen, auch wenn man gerade keinen halben Tag für eine Gehrenberg- Wanderung Zeit hat? Was ist mit den
Erholungssuchenden, die sich nicht auch noch in ihrer Freizeit erst jedes Mal
ins Auto setzen wollen? Und nicht mit ihrem Lärm und Gestank nebenbei anderen
Leuten die Erholung vermiesen wollen?
Ein bisschen mehr Sportsgeist und Fairness hätte ich von Wanderfreunden
schon erwartet! Aber bevor Sie sich zu sehr freuen, wie nett man dank der
Südumfahrung an der “verkehrsberuhigten” Markdorfer
Ortsdurchfahrt flanieren kann, fragen Sie lieber erst mal in Bermatingen nach, wie erholsam sich eine verbleibende
“Restbelastung” auf der Ravensburger Straße von mindestens 13.000 Kfz pro Tag
anfühlen würde. Auf der Hauptstraße in Bermatingen
sind es zur Zeit nämlich “nur” cirka 12.000.
Carola Staerke
Markdorf